Hier kommt das dritte Interview von Erich Altmann. Diesmal hat er Jürgen Steinmetzer zum Gespräch gebeten.
Jürgen kandidiert auf Platz 7 der grünen Stadtratsliste. Der Realschullehrer sitzt bereits im Stadtrat und ist u.a. Mitglied im Schulausschuss, im Sportausschuss und im Ordnungsausschuss. In Letzterem ist die Radverkehrspolitik ein Thema, auf die der passionierte Radfahrer ein besonderes Augenmerk hat.
Selbstverständlich äußert er sich im Interview auch und besonders zu diesem Themenkomplex.

Mit Rad und Tat Straubing bewegen
E.A.: Jürgen, welche Entscheidung des Stadtrats in den letzten sechs Jahren hat dich am meisten gefreut und welche besonders geärgert?
J.S.: Es geht mir weniger um einzelne Entscheidungen, sondern um das Zustandekommen von Entscheidungen. Es zählt oft nicht das Naheliegende / faktisch Richtige, sondern der taktische / parteipolitische Nutzen. Auch der Einfluss und die Bedeutung der Verwaltung (und ihrer Ressourcen) haben mich überrascht.
Sehr gefreut hat mich persönlich die Öffnung der beiden Straubinger Realschulen für beide Geschlechter (weiter sind wir noch nicht in der Genderthematik). Gewurmt hat mich die Gewährung eines Zuschusses an eine Schule in privater Trägerschaft aus dem Landkreis. Aber hier auch: siehe oben.
E.A.: Kürzlich hast du an einer Podiumsdiskussion zur Radverkehrspolitik in Straubing teilgenommen. Wo siehst du hier Handlungsbedarf?
J.S.: Der Radverkehr in Straubing ist auf dem richtigen Weg, nur mit viel zu kleiner Geschwindigkeit. Dazu müsste in den Köpfen der Verantwortlichen ein Umdenken hin zum Rad- und Fußgängerverkehr und weg vom Auto stattfinden.
E.A.: Als Realschullehrer weißt du um die Belange junger Menschen in Straubing. Wie kann die Stadt attraktiver werden für die jüngere Generation?
J.S.: Die Einweihung eines „Kiosks“ für Jugendliche im Stadtsüden ist eine tolle Chance, Räume für die Altersgruppe der 12- bis 18-Jährigen zu ermöglichen. Davon müsste es aber mehr geben, damit die Wege kurz und die Hemmschwelle zum Besuch niedriger sind. Der Jugendtreff im alten Schlachthof ist leider eher ein Negativbeispiel, besonders was Programm und Öffnungszeiten betrifft.
E.A.: Du wirbst für mehr Transparenz bei der Stadtratsarbeit – beispielsweise durch Livestreams bei Sitzungen. Kannst du den Bürgerinnen und Bürgern Hoffnung machen, dass hier etwas voran geht?
J.S.: Wir als Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben bereits einen Antrag hinsichtlich einer Übertragung von Stadtratssitzungen gestellt. Dieser wurde abgelehnt aufgrund rechtlicher Bedenken der Verwaltung (sic!). Im „neuen“ Sitzungssaal soll es aber zumindest die technische Ausstattung dafür geben. Ob es aber zu Livestreams kommen wird, kann ich nicht sagen.