Volles Haus bei Schulzes Stammtisch Spezial mit Hannes Ringlstetter

Gestern durfte unser Kreisverband ein ganz besonderes Event ausrichten. Unsere grüne Spitzenfrau aus dem bayerischen Landtag, Katharina Schulze, war mit ihrem beliebten Format „Schulzes Stammtisch“ vor Ort. Im Sommerkeller begrüßte sie als Special Guest Hannes Ringlstetter. Ob der in Straubing aufgewachsene Kabarettist, Komiker, Schauspieler, Musiker, TV-Moderator und Buchautor allein dafür verantwortlich war, dass der Saal im Sommerkeller mit über 80 Gästen fast aus den Nähten platzte, ob es an Katha lag oder einfach an der gut funktionierenden Kombination, war letztendlich egal. Für die Gäste sollte es ein inspirierender und unterhaltsamer Sonntagmittag werden.

Begrüßungsrunde mit Aufwärmfragen

Nachdem Erhard Grundl, der für die Grünen in das Rennen um die Straubinger OB-Posten gegangen war, ein kurzes Grußwort gesprochen hatte, begannen Katha und Hannes ihr Gespräch mit ein paar vorbereiteten Aufwärmfragen. Dabei konnten die Anwesenden erfahren, dass nach Hannes das Fußballstadion des niederbayerischen Clubs SV Großköllnbach benannt ist, und dass Katha im Verlauf ihrer politischen Karriere schon für Barack Obama gearbeitet hat.

Umgangsformen in der Politik

In der folgenden einstündigen Gesprächsrunde streiften die beiden viele Themen, wobei Demokratieerhalt und Umgangsformen in der Politik einen großen Raum einnahmen. Bei einer Diskussion über Sinn und Unsinn von Social Media fragte Katha ihren Gast nach Handlungsempfehlungen. Der Ratschlag von Hannes: „Du bist freundlich. Bleib in diesem Punkt stabil. Dann ist schon viel gewonnen.“ Wichtig sei, dass Vertreter aller Parteien miteinander reden könnten.Außerdem wies Hannes darauf hin, dass er längst nicht mehr jede Erregungswelle mitgehen würde. Selbst wenn die Witze über Söder, Aiwanger und Co. gut gemacht und berechtigt wären, würden sich diese nicht darüber ärgern, sondern freuen, weil sie dadurch Aufmerksamkeit bekommen würden. „Sack-Reis-Meldungen“ könnten genauso witzig sein, beispielsweise wenn ein Einbrecher in einer Dorfbäckerei betrunken einschläft.

Mehr Liebe

Hannes brachte seinen gesellschaftlichen und sozialen Hintergrund ins Spiel. Der Kontakt mit Hippies, Subkulturen und einer bunten Szene hätte ihn gelehrt, dass es bei den Menschen doch eigentlich darum gehe, dass man sich gernhabe. Ihm würde die Liebe in der Politik fehlen. Katha griff diese Einlassung begeistert auf und verkündete, sie würde das Thema Liebe mal mit in den Landtag nehmen.

Männer und Frauenrechte

Bei seiner kurzen Einführung hatte Erhard Grundl bereits die aktuellen Vorgänge um Collien Fernandes erwähnt. Auch dieses Thema nahmen Katha und Hannes in ihrem Stammtischgespräch auf. Katha blickte zurück auf die Frauenbewegung. Dass sie selbst so verantwortungsvolle Aufgaben in der Politik übernehmen könnte, sei nicht allein ihr Verdienst. „Ich kann das machen, weil Gigantinnen diesen Weg für mich bereitet haben. Frauen, die vor über hundert Jahren begannen, für das Wahlrecht zu kämpfen.“ Auf die aktuelle Situation bezogen, fragte Katha ihren Gast, wie er die Rolle von Männern sehe. Auch hier gab es von Hannes eine klare Ansage. Männer müssten den Mund aufmachen und für Frauenthemen eintreten. Frauen allein könnten das Patriarchat nicht beseitigen. Er hätte aber das Gefühl, dass man sich in einer Endphase des Patriarchats befinde. „Die Autokraten, die heute das Sagen haben, die sind so krass, dass es gar nicht mehr krasser geht. Vor dreißig Jahren hat es das nicht gegeben. Heute, das muss ein Endpunkt sein.“

Gute Gespräche und positives Fazit

Nach dem Zwiegespräch gesellten sich die beiden zu den anwesenden Gästen und suchten an jedem Tisch das Gespräch. Die Unterhaltungen waren angeregt. Hannes konstatierte zum Abschluss der Veranstaltung, dass ihn besonders gefreut habe, auch ein paar bekannte Gesichter aus alten Zeiten wiedergesehen zu haben. Katha hob eine Frage hervor, die ihr gestellt worden war. Es ging darum, wie man in der heutigen Zeit nicht den Optimismus verliert. Es hätte sie sehr gefreut, dass sie nicht allein auf diese Frage antworten musste, sondern dass die anderen Gäste am Stammtisch gleich mit unterschiedlichsten Vorschlägen aufwarteten. „Das ist der richtige Spirit“, zog sie ein positives Schlussfazit und überreichte ihrem Gast zum Abschied einen Ehrengast-Krug, den er dankend annahm.

Text: K. Diekmann, Fotos: M. Retzer