Informativer Vortrag zur Energiewende und Listenvorstellung in Falkenfels

Gestern Abend war der Saal des Dorfgemeinschaftshauses in Falkenfels rappelvoll. Die örtliche Grüne Liste hatte zu einem interessanten Vortrag zur Energiewende geladen und nutzte gleichzeitig die Gelegenheit, ihre Listenkandidat*innen vorzustellen.

Die Kandidat*innen und der Vortragende (v.l.): Uwe und Grit Gewald, Georg Fürst, Anita Karl (Spitzenkandidatin für den Kreistag), Christiane Fiedler, Martina Kögl-Wiethaler, Josef Gold, Veronika Bodensteiner, Rudi Kreuzer (Foto: K. Diekmann)

Vor fast 120 erschienenen Gästen eröffnete Grit Gewald die Veranstaltung und rief nacheinander entsprechend ihrer Listenplatzierung Martina Kögl-Wiethaler, Veronika Bodensteiner, Uwe Gewald, sich selbst, Christiane Fiedler, Georg Fürst und Rudi Kreuzer vor das Mikrofon. Alle erläuterten in kurzen Statements ihre persönlichen Hintergründe und Motivationen, sich für den Gemeinderat zur Wahl zu stellen. Grit zeigte sich besonders erfreut, dass vier der sieben Kandidat*innen Frauen sind.

Danach ergriff der Special Guest – Straubings OB-Kandidat Erhard Grundl – kurz die Gelegenheit, auf die Bedeutung der Kommunalwahl für die Demokratie hinzuweisen. In den Kommunen gehe es darum, mit anderen demokratischen Parteien gemeinsame Lösungen zu finden, bei allen Unterschieden, die auch gepflegt werden müssten. Als Beispiel führte er eine Zugreise vom vergangenen Wochenende an. Auf der Fahrt zu einem Auswärtsspiel der Straubing Tigers habe er sich sechs Stunden lang mit dem OB-Kandidaten der Freien Wähler bestens unterhalten und austauschen können.

Straubings OB-Kandidat Erhard Grundl (Foto: J. Grassinger)
Hauptredner Josef Gold bei seinem Vortrag (Foto: V. Bodensteiner)

Es folgte der Hauptprogrammpunkt des Abends. Der ÖDP-Kreisrat und Kirchrother Unternehmer für Erneuerbare Energie Josef Gold hielt seinen Vortrag zur Energiewende. Nachdem er zu Beginn Ausmaß und Auswirkungen des menschengemachten Klimawandels hervorgehoben hatte, räumte er anschließend mit immer noch gängigen Mythen auf und machte deutlich, dass der Trend hinweg von den fossilen Energieträgern unumkehrbar sei. So sei der Erneuerbare-Energien-Anteil an zugebauter Kraftwerkskapazität weltweit schon bei 92% angekommen. Allein China hätte eine Erneuerbaren-Energien-Leistung installiert, die 70 Atomkraftwerken entspreche. In Frankreich gäbe es Planungen, 30 AKWs durch Erneuerbare Energien zu ersetzen. Gold führte aus, dass sich der Strombedarf in Deutschland bis 2045 auf 1420 TWh erhöhen würde (2025: 523 TWh). Dies sei u.a. bedingt durch steigende E-Mobilität und Wärmepumpen. Gold machte aber auch klar, dass dieser Strombedarf gedeckt werden könnte. Ein gut durchdachter Mix aus 1/3 Photovoltaik (hauptsächlich im Sommer verfügbar) und 2/3 Windenergie (hauptsächlich zu anderen Jahreszeiten verfügbar) würden zu einer sicheren Stromversorgung führen. Die aktuellen Wachstumsraten von PV würden den Zukunftsbedarf bereits abdecken. Bei Windenergie komme der Leistungszuwachs hauptsächlich durch höhere und leistungsfähigere Anlagen. Eine Zahl von ca. 30.000 Windenergieanlagen in Deutschland sei dabei ausreichend. Der aktuelle Ausschreibungsdruck (mehr Interessenten als erteilbare Genehmigungen) würde noch mehrere Jahre anhalten und dafür sorgen, dass nur die leistungsstärksten, effizientesten Anlagen an den besten Standorten realisiert werden würden, weil so niedrigste Strompreise erzielt werden können. In diesem Zusammenhang machte er den Anwesenden klar, dass er Falkenfels und generell den Landkreis Straubing-Bogen nicht als guten Standort einschätze. Man dürfe aber nicht verkennen, dass bei der Windenergie auch ein geografischer Mix notwendig sei. Obwohl der meiste Wind im Westen und Norden weht, brauche es auch Windanlagen im Osten und Süden, die Strom produzieren, wenn es in den typischen Windregionen mal stiller ist.

Weitere Schwerpunkte von Golds Vortrag waren die unschlagbare Effizienz von batterie-elektrischen Antrieben. Er sagte vorher, dass auch LKWs flächendeckend auf diese Antriebsart setzen werden. Das Bewerben von Wasserstoffantrieben und E-Fuels bezeichnete er als „große Lüge“, weil die Produktion der Treibstoffe sehr ineffizient und der ökonomische sowie technische Vorteil von Batterieantrieben um ein Vielfaches größer sei. Außerdem ging er am Schluss seines Vortrags auf die Möglichkeit von Bürgerbeteiligungen ein. Als Unternehmer managt er etwa 90 Kleinbetriebe, die Windenergieanlagen betreiben. Dort gäbe es viele kommunale, aber auch direkte Bürgerbeteiligungen. Entgegen der gängigen Medienberichterstattung, die oft Genossenschaftslösungen beschreibt, sei dies aber nicht das übliche Modell. Laut Gold sind Genossenschaften zu kompliziert und in seinem Wirkungsbereich würden Personengesellschaften bevorzugt, bei denen die Beteiligten mit ihren Einlagen haften. Die Ziel-Renditen lägen bei 7%, könnten aber auch mal bei 3% oder gar 10% liegen.

Nach Ende seines Vortrags stand Gold noch für Fragen zur Verfügung. Die Versammlung löste sich nicht sofort auf, sondern diskutierte an den Tischen lebhaft in kleinen Gruppen weiter. So klang ein interessanter Abend aus, der draußen mit kalten Temperaturen darauf aufmerksam machte, wie wichtig eine ökologische und gleichzeitig ökonomische Energiewende ist.

(Text: K. Diekmann)

Knapp 120 Gäste folgten dem Vortrag von Josef Gold (Foto: G. Gewald)